Schulentwicklung
Schulentwicklung und schulinterne Lehrerfortbildung (SchiLF) an der Deutschen Schule Málaga 2008/2009
„Nach der BLI ist vor der BLI“ hieβ es, kaum dass die Deutsche Schule in der Provinz Málaga mit gutem Ergebnis die Bund-Länder-Inspektion hinter sich gebracht und das Gütesiegel erhalten hatte. Getreu dieser Devise wurde im Schuljahr 2008/09 die Schulentwicklung weiter vorangetrieben. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Gebieten Unterrichtsentwicklung und Sozialkompetenz, denen jeweils ein Pädagogischer Tag gewidmet war.
Wer Unterricht entwickleln möchte, muss bei den Lehrern anfangen. Im Schuljahr 2007/08 hatte es bereits im Rahmen der schulinternen Lehrerfortbildung (SchiLf) eine Fortbildungsreihe zu Lehr- und Lernmethoden gegeben, die 2008/09 fortgesetzt wurde. Sie umfasste ein breites Spektrum von Ansätzen, von der innovativen Nutzung der altbewährten Tafel und der Gestaltung des klassischen Arbeitsblattes unter Einsatz moderner Medien bis zum Einsatz des hochmodernen Smartboards und virtueller Klassenräume. Noch wichtiger jedoch war die Einführung der kollegialen Hospitation, bei der Lehrkräfte sich gegenseitig im Unterricht besuchen und zur beobachteten Stunde eine Rückmeldung geben. Dieses auf Austausch und Selbstreflexion beruhende System muss, um wirksam zu sein, sinnvoll und effizient gestaltet werden. Deshalb lernten die Lehrkräfte am ersten Pädagogischen Tag unter Anleitung des Prozessbegleiters für Qualitätsentwicklung aus Madrid, konkrete Beobachtungsschwerpunkte und Fragestellungen für den Beobachter zu entwickeln und sensibel und konstruktiv Rückmeldung zu geben. Seitdem ist jede Lehrkraft dazu verpflichtet, pro Schulhalbjahr im Tandem mit einem frei zu wählenden Kollegen diese Unterrichtsbesuche durchzuführen. Ziel des Vorgehen ist es, voneinander zu lernen, und dadurch langfristig Unterricht zu verbessern.
Der zweite Schwerpunkt der Schulentwicklung bezieht sich direkt auf einen der Bausteine des Leitbildes: die Förderung der Sozialkompetenz von Schülern. Dank der großzügigen Unterstützung des deutschsprachigen Lions Clubs Marbella konnten wir Ende Januar 2009 eine dreitätige Schulung aller Lehrkräfte der Oberschule und denen der 3. und 4. Grundschulklassen zum Lions Quest Programm "Erwachsenwerden" durchführen. Ein offizieller Trainer kam aus Deutschland, um die Lehrkräfte mit dem Programm vertraut zu machen und leitete sie an, einzelne Bausteine auszuprobieren. Immer wieder schlüpften die Lehrkräfte in die Rolle des Schülers und testeten Übungen aller Art selbst aus, um im Anschluss daran über die eigenen Empfindungen und Erfahrungen zu reflektieren. Es waren sehr intensive, aber auch anregende drei Tage, in denen vieles zur Sprache kam, Erfahrungen ausgetauscht wurden, man sich untereinander noch besser kennen lernte und mit dem notwendigen Rüstzeug für die Umsetzung des Programms in den Klassen ausgestattet wurde. So verwunderte es auch niemanden, dass die Schlussevaluation überwiegend positiv ausfiel.
Neben diesen beiden Schwerpunkten galt das Interesse vor allem der Entwicklung des Deutschunterrichts an der Schule. Während Oberschul- und ein Teil der Grundschullehrer sich in Lions Quest übten, arbeiteten die Erzieherinnen zusammen mit dem anderen Teil des Grundschulkollegiums an einem integrierten Konzept zum Spracherwerb Deutsch, das ältere Konzepte modernisiert und den neuen Gegebenheiten anpasst. Zu diesem Thema fanden im Laufe des Schuljahres noch zahlreiche weitere Fortbildungen und Arbeitskreistreffen statt, bei denen das Augenmerk immer darauf lag, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das alle Etappen der Schullaufbahn eines Kindes umfasst und den gesetzten zeitlichen Rahmen möglichst effizient nutzt.
Wie in jedem Jahr reisten verschiedene Lehrkräfte auch zu Regionalen Fortbildungsveranstaltungen an anderen Deutschen Schulen Iberiens und brachten von dort neue Impulse mit, die sie auf schulinternen Fortbildungen ihren in Marbella verbliebenen Kollegen weitervermittelten. Unter anderem nahmen zwei Kollegen an einem Seminar zur Binnendifferenzierung in den naturwissenschaftlichen Fächern in Barcelona teil, das im Schuljahr 2009/10 weitergeführt und um zwei Seminare für die geisteswissenschaftlichen Fächer erweitert wurde. 2010/11 folgten diesbezüglich relevante Weiterbildungen.
2011/12 wurde das bisher gängige Verfahren der Kollegialen Hospitation mittels einer Weiterbildung zum Unterrichtscoaching verfeinert und zudem das Methodencurriculum grundlegend überarbeitet.
Die zahlreichen unternommenen Schritte beweisen, dass Schulentwicklung nichts Abgeschlossenes ist, sondern ein Prozess, der auf fortwährende Erneuerung abzielt und Schule lebendig erhält.
Dr. Sabine Bückmann
Koordinatorin der schulinternen Lehrerfortbildung und Schulentwicklung
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